Festager cun iffaunts/Fiire mit de Chliine

Pünktlich zum Beginn der Feier um 9.30 Uhr trafen ein halbes Dutzend Kinder mit ihren Müttern in der Kirche Santa Maria in S-chanf ein. Der Raum war zuvor von Yvonne Kesseler, der Mesmerin am Ort, liebevoll dekoriert worden: Frische Blumen standen auf dem Tisch und die von Schulkindern gestaltete Osterkerze war angezündet.

Nach einem kurzen Eröffnungsteil, zu dem auch ein Gebet gehörte, wurde es Zeit für Frederik, die Kirchenmaus. Behutsam bugsierten zwei Kinder das Körbchen, in dem die Plüschmaus eingekuschelt lag, in den Kreis der Kinder und wurde dort von ihnen herzlich begrüsst. Ja, Frederik ist gerne unter Kindern. Mit Sozialdiakonin Karin Last, die durch die Feier leitete, unterhielt er sich über den Frühling. Auch wenn dieser im April im Engadin noch in weiter Ferne scheint, regt sich unter der Schneedecke bereits Leben. Mit einer Variante des beliebten „Gugus-Dada“-Spiels überrascht Karin Last die Kinder: Weisse Blätter mit Tupfen drauf liegen auf Boden und symbolisieren den Schnee - schwupps werden die Blätter aufgehoben und darunter kommen farbige Bilder zum Vorschein. Begeistert rätseln die Kinder, was das für Tiere auf den Bildern sind. Ob Raupe oder Wurm ist letztlich nicht so wichtig, auch Fliege, Mücke oder Spinne können verschieden aussehen, was zählt ist das Leben, das im Frühling allmählich erwacht. Waren die Namen der Tiere auf Deutsch für die Kleinen eine Herausforderung, so brachten ihre Bezeichnungen im Romanischen auch die Erwachsenen ins Schwitzen.

Nach einer Viertelstunde neigte sich die Feier bereits ihrem Ende zu, Frederik wurde von den Kindern zum Abschied von den Kindern gestreichelt und in seinem kuscheligen Körbchen wieder zur Ruhe gebettet. Ein gemeinsam gesprochener Segen und die kleine Gottesdienstfeier war zu ende. Das Beisammensein nach einem halben Jahr Unterbruch hat allen gut getan. Gerne hätten die Kinder im Anschluss daran noch zusammen gespielt und die Erwachsenen sich bei einem Kaffee oder Tee ausgetauscht, doch für diesmal musste die kurze Zeit reichen. Im Juni wird es hoffentlich wieder möglich sein, nach der Feier draussen noch gemeinsam den Sommer zu geniessen.

Ester Mottini