Ökumenisches Suppen Takeaway in Celerina

Der reformierte Pfarrer Helmut Heck und der katholische Pater Vlado Pancak luden am Donnerstag, 18. März zur traditionellen Gerstensuppe in Celerina ein. Wegen Corona war dieses Jahr allerdings vieles anders.

Wurde in anderen Jahren jeweils die von einem Hotel oder Restaurant gespendete Suppe in der Turnhalle der Chesa polivalenta aufgetischt, war der Anlass in diesem Jahr als „Takeaway“ organisiert. Die beiden Geistlichen stellten sich selbst an den Herd und bereiteten die Suppe zu. Dazu verarbeiteten sie in vier Stunden 15 Kilo Gemüse zu 60 Liter Gerstensuppe. An einem Stand vor der katholischen Kirche boten sie diese dann feil. Ein fester Preis war nicht vereinbart, jede und jeder gab stattdessen eine freiwillige Spende.

Die Suppe war „eingedickt“ worden, was den Transport einfacher machte. Für den Verzehr zu Hause musste ihr zuerst etwas Wasser beigefügt werden. Die Flüssigkeit sorgte gleichzeitig dafür, dass die Gerste weiter aufquoll. Dadurch wurde die Suppe mehr und erinnert so an die wundersame Brotvermehrung aus der Bibel (Joh. 6, 10-14). Rund 120 Portionen standen bereit.

Getränke wurden keine angeboten, dafür standen selbst gebackene Kuchen, Muffins und Gläser mit eigener Konfitüre bereit. Ida Pedroncelli, Erika Christoffel und all den anderen freiwilligen Helferinnen und Helfern sei an dieser Stelle für ihr grosses Engagement von Herzen gedankt.

Der Stand wurde rege frequentiert und bot Gelegenheit zu einem kurzen Schwatz. In ihren Kochschürzen mit der Kelle in der Hand zeigten sich die beiden Seelsorger auf eine originell erfrischende Weise und kamen mit den Besucherinnen und Besuchern ganz ungezwungen ins Gespräch.

Das Informationsmaterial zur diesjährigen Sammelaktion von „Brot für alle/Fastenopfer“ stellte wenig konkrete Inhalte bereit, sondern begnügte sich mit allgemeinen moralischen Hinweisen zu Klimawandel und Nachhaltigkeit, die schwer zu vermitteln waren. Das ficht die Besucherinnen und Besucher aber nicht an. Niemand fragte, wofür die Spende dieses Jahr konkret verwendet würde. Bfa und Fastenopfer sind eine Institution und feste Grösse im Jahreskalender der Einheimischen. Mehr als CHF 1‘046.— kamen bei dieser aussergewöhnlichen Sammelaktion zusammen und die beiden Pfarrer in ihren Kochschürzen werden noch lange im Gespräch bleiben als wunderbare Beispiele für eine gelebte Ökumene im Tal.

Ester Mottini