Kirche San Andrea Chamues-ch

Benützungsmöglichkeit und Reservation: Anfragen an das Sekretariat der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Oberengadin 081 836 22 23. Kirche geöffnet. Begräbniskirche. Gottesdienste, kirchliche Feiern, Konzerte, Vorträge, Veranstaltungen im Sommer. Kirche geöffnet.

Platzangebot: 175 Plätze im Schiff, 35 Plätze im Chor, ca. 10 m2 freie Fläche neben der Orgel, ca. 4 m2 vor der Orgel.

Erreichbarkeit, Parkplätze: Von der Brücke La Punt auf der Via Cumünela bis zum Plaz (mit Brunnen) Chamues-ch, dann nach links 100m. Weitere Möglichkeiten: über die Via Sandro Viletta zum Plaz oder über die Via Curtins. Parkplätze entlang der Via Sandro Viletta.

Kulturgüterschutz:
Denkmalschutz von Bund und Kanton.

Führung: Auf Anfrage: Ursula Bolli, 081 854 23 33

Baugeschichte: Die Kirche San Andrea in Chamues-ch wird 1370 erstmals schriftlich erwähnt. Die Nord- und Westwand und der untere Teil des Turmes sind romanisch und bedeutend älter. 1470 erfolgt ein erster gotischer Umbau mit Vergrösserung des Schiffes und neuem quadratischem Chor. Der gesamte Innenraum war vermutlich vollständig mit Fresken ausgemalt. Das Patrozinium San Andrea stammt aus jener Zeit. 1505 wird erneut umgebaut durch Bernhard von Puschlav. Es entsteht die heutige Form mit vergrössertem, mehreckig abgeschlossenem Chor, zugemauerten Seitenaltären, Netzgewölben, verstärkten Aussenstreben und hohen gotischen Fenstern. Die Malereien werden zugekalkt oder zerstört. Der Turm erhält zwei zusätzliche Geschosse. 1789 erfolgt eine Renovation, die auch das Erscheinungsbild der umfassenden Renovation von 1979-1982 prägt. Seit 1979 steht die Kirche unter Denkmalschutz.

Äusseres: Die zwei spätgotischen oberen Geschosse des Turms bergen drei Glocken aus den Jahren 1691, 1772 und 1781. Der Lilienfries unter dem Dachrand des Kirchenschiffs wurde ausgehend von einem originalen Stück rekonstruiert. Eine Mauer umfasst den Friedhof und die in der Mitte stehende Kirche. Durch ein Portal gelangt man in den gedeckten Vorhof der Kirche und zum Hauptportal von 1505 - spätgotisch nach romanischem Muster - mit kassettierter Tür und Rundbogen mit begleitendem Schachbrettband und dem Monogramm Christi (IHS). Daneben ein Christophorus-Fresko aus dem Jahr 1485.

Inneres: Warme leuchtende Farben empfangen den Eintretenden: das Ockergelb der Gewölberippen und Dienste (erneuert 1789, 1982), das umlaufende Täfer und das durch die modernen Glasfenster (Dea Murk, 1976) einfallende Licht, welches im Chor mit dem Rot der Engadiner Feiertagstracht aufleuchtet. Im Kirchenschiff links steht die vom langjährigen Feriengast Rolf Hatt gestiftete Orgel (1998, Arno Caluori, Says), nachfolgend ein frei verfügbarer Platz, wo früher für die Frauen reservierte Bänke ohne Lehne standen. Die Gedenktafeln an den Chorbogenwänden erinnern an die seit dem 16. Jh. in La Punt ansässige Familie Albertini. Die mit architektonischen Motiven reichverzierte Kanzel am Choreingang stammt aus dem Jahr 1651, der Taufstein aus dem Jahr 1505. Im Laufe der letzten Renovation wurden ältere Bestände freigelegt: Eine Öffnung der südlichen Chorwand gibt den Blick frei auf Teile der Chorbogen- und Langhauswand von 1470 mit Wandmalereien: links eine stillende Madonna, darunter die Bündner Heiligen Luzius und Flurinus (1476), über dem kleinen Fenster eine weitere Madonna. An der Nordwand des Chors an den Seiten eines Schartenfensters die Heiligen Luzius und Sebastian, daneben das Fragment eines Andreas-Zyklus.

Zur Geschichte: 1524 begann der spätere Engadiner Reformator Philipp Gallicius-Saluz (1504-1566) in La Punt-Chamues-ch, dem Heimatdorf seiner Mutter, zu predigen. Erst im Jahr 1561 bekannte sich die ganze Kirchgemeinde zur Reformation.
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Literatur: KCH, KGR, , POESCHEL ,BATZ, GAUDENZ, MAURER, WIKI, SINV, HÄMMIG, GUTSCHER, HETZER, GÖRRES.
Bibliographie