Kirche Zuoz, San Luzi

Benützungsmöglichkeit und Reservation: Anfragen an das Sekretariat der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Oberengadin 081 836 22 23. Gottesdienste, kirchliche Feiern, Konzerte, Vorträge, Veranstaltungen. Empore geschlossen (Anfrage bezüglich Schlüssel an Sekretariat). Kirche geöffnet von 9-18 Uhr.

Platzangebot: Sitzplätze im Schiff  220, auf der Empore 30, im Chor 65.

Erreichbarkeit, Parkplätze: Die Kirche steht an der Dorfstrasse mitten im Dorf. Wenige Parkplätze auf dem Plaz, weiter oben bei Plagnola, unten beim Bahnhof und im zentralen Parkhaus (den Wegweisern P Centrel  über die Via S-charlattina am Nordrand des Dorfes folgen).

Kulturgüterschutz: Denkmalschutz der Gemeinde.

Baugeschichte, Äusseres: Die St. Luzius geweihte Kirche wird 1139 als eine der drei alten Pfarrkirchen des Oberengadins erwähnt. Zum romanischen, geosteten Unterbau (frühes 13. Jh.) gehören die Umfassungsmauern des Schiffs mit seitlich durch Lisenen und oben durch Bogenfriese begrenzten Feldern, die auf eine tiefer liegende Kirche schliessen lassen. Romanisch ist auch das Untergeschoss und die weiteren Geschosse des Turms mit Bogenfriesfeldern und zuoberst mit dreiteilig gekuppelten Rundbögen. 1507 wird - wahrscheinlich unter Bernhard von Puschlav - in spätgotischem Stil ein neuer Chor gebaut, das Schiff eingewölbt, die Wände mit gestuften Strebepfeilern verstärkt und der Turm um ein Stockwerk mit grossen Schallfenstern erhöht. Es werden ein weiteres Stockwerk Ende 16. Jh., Wimperge und Pyramidenhelm im 19. Jh. aufgesetzt (im Turm drei Glocken 1586, 1774, 1798). Die Westfassade weist ein profiliertes Spitzbogenportal aus Tuff auf und Grabplatten alter Zuozer Familien. Renovationen finden in den Jahren 1984 (innen), 1990 (aussen) und 2016 (innen) statt.

Inneres:
Die Turmwände ragen auf der Nordseite des Chorbogens in den Raum hinein. Der abgebildete Grundriss erklärt die Situation [SINV]. Anstelle der stark eingezogenen romanischen Apsis (dunkel = romanische Bauphase 13. Jh.) entstand der vergrösserte, leicht nach Süden abgewinkelte Chor (hell = spätgotische Bauphase 1507).
Das Schiff bedeckt ein mit reliefierten Schlusssteinen versehenes Netzgewölbe, den Chor ein Sterngewölbe. Über dem Eingang wird 1912 eine Orgel eingebaut (restauriert 1982), getragen von einer mächtigen Empore über einer Konstruktion von drei gedrückten Spitzbogen. Das geräumige Chorrund bietet Platz für drei Bankreihen und einen Abendmahlstisch (17. Jh.). An der nördlichen Chorwand befinden sich ein Tabernakel mit kunstvollem Aufsatz, daneben die Türe zum Turm, der Predigerstuhl und an der Turmwand die Kanzel mit Inschriften. Weitere Inschriften finden sich unter den Wappen der Familien Juvalta und Planta an der rechten und linken Chorbogenwand, unterhalb der Fenster und unter der Empore.
Die Fenster sind mit hervorragenden Glasmalereien besetzt: in der Mitte des Chors von Augusto Giacometti La Speranza (1929) und daneben La Charited (1933) und als drittes Fenster La Cretta von Constant Könz -  an der Südwand ebenfalls von Constant Könz Sabbatruhe (2011) und Lebensbaum und lebendiges Feuer (2009) und von Gian Casty Die Heiligen Drei Könige, gestiftet von einer Zuozer Familie - im Rosettenfenster oberhalb der Orgel Der Glaube von Giuseppe Scartazzini (Schüler Giacomettis).
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Literatur: KCH, KGR, POESCHEL ,BATZ, GAUDENZ, MAURER, WIKI, SINV, TECKEMEYER, WISMER, WYSS.
Bibliographie