Kirche La Punt

Benützungsmöglichkeit und Reservation: Anfragen an das Sekretariat der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Oberengadin 081 836 22 23. Gottesdienste, kirchliche Feiern im Winter. Konzerte, Vorträge,  Veranstaltungen ganzjährig. Kirche geöffnet.

Platzangebot: 150 Plätze im Schiff, 30 Plätze im Chor.

Erreichbarkeit, Parkplätze: Zugang von der Kantonsstrasse aus kurz nach dem südwestlichen Dorfeingang, schräg gegenüber der Migrol-Tankstelle. Parkplätze: über die Brücke, gegenüber Volg-Laden parkieren.

Kulturgüterschutz: Denkmalschutz von Bund und Kanton.

Führung: Auf Anfrage: Ursula Bolli, 081 854 23 33

Baugeschichte: Die Kirche La Punt wurde 1680 als reformierte Kirche in barockem Stil gebaut, vermutlich als Gemeinschaftswerk mit beträchtlicher Unterstützung durch die bekannte Familie Albertini. Während der französisch-österreichischen Auseinandersetzungen wurde die Kirche 1799 erheblich beschädigt, in den nächsten Jahren aber wieder restauriert. Später gab es verschiedene „Fremdnutzungen“ wie Lagerort für Transportgut, Pferdestallungen usw. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde die Kirche kaum gebraucht bis zur 1974 beendeten, umfassenden Renovation. Seither besteht der Schutz von Kanton und Bund. 1985/86 erfolgte ein Aussen- und Innenanstrich entsprechend dem Originalzustand und im Innern wurde über dem Eingang ein Orgelstuhl mit Felsberger-Orgel eingebaut.

Äusseres: Ein hübscher Vorhof, eingebettet zwischen herrschaftlichen Bauernhäusern, führt von der Kantonsstrasse zur Kirche. Die Fassade mit farbig marmorierten Elementen wird gegliedert durch vier grosse toskanische Pilaster, die mit einem Kämpfergesims verbunden sind. Das Giebelfeld darüber ist mit Pyramiden und Voluten geschmückt. Das Eingangsportal wird flankiert von Pilastern und steht unter einem gesprengten Segment. Vom Bahnhof her im Norden erkennt man über dem achteckigen Chor einen sich verjüngenden kuppelartigen Aufbau (von innen nicht sichtbar), der in ein achteckiges Glockentürmchen mit Zwiebeldach übergeht; die Glocke stammt aus dem Jahr 1707. Rechts, an den Chor angefügt, sieht man den Mantel der Wendeltreppe.

Inneres: Der helle Innenraum besteht aus einem achteckigen Schiff, das in den polygonalen Chor mündet. Von der getäferten Basis führen Pilaster hinauf zu Kapitellen, die mit Engelsköpfen geschmückt sind. Darüber läuft dem Stuckgesims entlang ein Fries mit feinen Rankenmotiven und weiteren Engelsköpfen, ockergelb und blau unterlegt, rund um das Schiff und den Chor. Die Decke bilden Muldengewölbe mit strahlförmigen Kanten, die auf prachtvolle Mittelmedaillons zulaufen. Auf der linken Chorseite führt eine Tür zu einer Wendeltreppe, über die man zur Kanzel und weiter zu einem Zwischenboden und zum Glockenturm gelangt.


Literatur: KCH, KGR, POESCHEL ,BATZ, GAUDENZ, MAURER, WIKI, SINV, DOSCH, HETZER, WYSS.

Biblographie