Kirche Silvaplana/Silvaplauna, Santa Maria

Benützungsmöglichkeit und Reservation: Anfragen an das Sekretariat der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Oberengadin 081 836 22 23. Gottesdienste, kirchliche Feiern, Konzerte, Vorträge, Veranstaltungen. Kirche geöffnet.

Platzangebot : Sitzplätze im Schiff 155, im Chor 50, auf der Empore an der Brüstung 12 Stühle möglich, 6 Stühle vorhanden, an der Chorbogenwand 2 Stabellen, im Vorraum 20 gestapelte Stühle.

Erreichbarkeit, Parkplätze: Die Kirche liegt mitten im Dorf oberhalb der Via vers Mulin, von der ein leicht ansteigender Fussweg zum Kircheneingang auf der Westseite führt; weiterer Zugang von der Via Chaunt Baselgia über steile Treppe. Parkplätze im Parkhaus Munterots.

Kulturgüterschutz: Denkmalschutz von Bund und Kanton.

Baugeschichte: Erstmals erwähnt wird die Kirche 1356, das Patrozinium St. Maria 1539. Die Ausgrabungen 1974-75 stiessen unter dem Schiff der heutigen nach Osten (genauer Nordosten) ausgerichteten Kirche auf einen kleinen romanischen Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert. Freigelegt und restauriert wurde auch der 40 cm tiefer gelegene Boden der gotischen Kirche, wo Grabplatten, Gräber, Skelette und Schutt mit Malereifragmenten aus dem 14. Jh. zum Vorschein kamen. 1491 wird der gotische Chor von Steffan Klain neu erbaut, etwas später werden das Schiff eingewölbt und der Turm erhöht. Renovationen erfolgen 1681, 1873 (im Schiff Ersatz der drei Spitzbogenfenster durch Rundbogenfenster) und 1906 werden unter Nicolaus Hartmann jun. die Empore eingebaut und der spitze Turmhelm aufgesetzt. Restaurationen finden 1974-75 innen (wieder Spitzbogenfenster) und 1994 aussen statt.

Äusseres:
Die Kirche ist ein strebenloser Längsbau unter einem steilen Satteldach mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor. Der Turm steht an der Westfront, seine unteren vier Geschosse mit einfachen und gekoppelten Rundbogenfenstern stammen aus spätromanischer Zeit - wie wahrscheinlich auch die Umfassungsmauern des Schiffs. Die jüngeren Aufbauten des Turms betreffen zwei Glockengeschosse (Glocken 1873, 1873, 1972), Uhr und einen kurzen Spitzhelm.

Inneres:
Unter dem kräftigen mittleren Bogen der Emporenabstützung durch betritt man das spätgotische Kirchenschiff. Es ist bedeckt mit einer Gewölbekomposition aus Sternen und Kreuzen. Die gelben Rippen enden in Stümpfen an Wandpfeilern mit aufgemalten Quadersteinen. Dieselbe Bemalung findet sich auch am gefasten Chorbogen. Dahinter erscheinen im Chor die feineren grauen Rippen eines Sterngewölbes, die ebenfalls in Stümpfen enden. Drei Spitzbogenfenster, die mit Masswerk verziert sind, erhellen den Chor. Das Rundfenster in der mittleren Chorwand enthält die Darstellung "Der gekreuzigte Heiland" von Ernst Rinderspacher (1943). Der kunstvolle Taufstein ist spätgotisch, die polygonale Kanzel wurde um 1740 eingebaut. Das spätgotische Fresko an der Nordwand stammt aus der Zeit um 1500  (oberitalienische Werkstatt): In der Mitte des rechten Teils sitzt auf einem goldenen Thron die hl. Anna selbdritt (die Mutter der Maria mit Maria und Jesuskind, vgl. Sils Fex-Crasta)),  rechts steht die hl. Magdalena, links die hl. Barbara. Der linke Teil zeigt ein Votivbild mit einem stürzenden Reiter und einer Muttergotteserscheinung. Unter dem Fresko ist das Wappen des Gotteshausbundes erkennbar. Auf der Empore steht eine Orgel mit neugotischem Gehäuse (um 1900, Metzler; 1988 Werk erweitert unter Einbezug der sieben alten Register, Kuhn, Männedorf). Die an verschiedenen Orten eingemauerten Grabplatten stammen vorwiegend aus dem 18. Jh.


Literatur: KCH, KGR, POESCHEL ,BATZ, GAUDENZ, MAURER, WIKI, ANZEIGER, ARCH, DEFUNS, FL, GUTSCHER, RAIMANN, REICH, WIKIP,  WYSS.

Bibliographie